Die letzte Woche war sehr vollgepackt mit Erlebnissen. Ich war unterwegs im Norden von Neuseeland auf verschiedenen Campingplätzen. Bei manchen Tagen hatte ich das Gefühl, dass es mehrere Tage sein müssten. Mittlerweile bin ich bei meinen zweiten HelpX Gastgebern. So sehr ich das ohne Plan rumreisen zeitweise genossen habe so sehr genieße ich auch wieder einen geordneten Alltag und ein echtes Bett zu haben. Viel Spaß beim Lesen.

Grüße aus Pakaraka,

Michael


Wo bin ich gerade?

Pakaraka – Bay of Islands

Wer sind meine Gastgeber?

Meine Gastgeber sind Christine und Steve, ein Ehepaar das ich auf 60+ schätzen würde. Christine ist in Neuseeland aufgewachsen und Steve in England. In England haben sie dann geheiratet und bis vor 18 Jahren gelebt. Danach sind Sie nach Neuseeland gezogen und leben schon auf der zweiten Farm. Die beiden hatten Alpakas und mittlerweile Kühe. Christine betreibt noch einen Arts & Crafts Geschäft und macht sehr viele kreative Dinge. Steve ist auch noch Fotograf und verkauft Bilder. Dann lebt hier noch Nicole – die Katze. Nicole hat im ersten Moment Angst vor Fremden und Minuten später setzt Sie sich schon auf den Schoß. Und das Beste an meinen Gastgebern ist, dass Steve eine kleine Brauanlage hat und selber Bier braut.

Was tue ich hier?

Christine und Steve wollen die Farm verkaufen und nach Nelson ziehen. Davor bringen Sie noch alles rund ums Haus in Ordnung um den Verkaufspreis zu steigern. Wir bauen gerade eine große Terrasse rund um den Pool im Garten. Die alte war komplett verrottetet. Der Deal ist ein Tag Arbeiten, ein Tag frei, Essen und Unterkunft.

Tag 26: Sonntag

Heute war erst mal früh aufstehen angesagt. 7:45 war Treffpunkt an der Tauchschule. Ich hatte mir den Wecker auf 6 Uhr gestellt und bin dann erst mal Duschen gegangen. So eine schön warme Dusche nach einem Tag krank sein tut einfach gut. Ich hab dann mein Zeug zusammengepackt und bin nach Paihia reingefahren. Dort gab es dann ein kleines Herzhaftes Frühstück beim Bäcker und schon war es auch Zeit zum Treffpunkt zu gehen. Ich war einer der wenige Pünktlichen. Dafür konnte ich ganz in Ruhe meine Ausrüstung zusammensuchen. Aber zuerst muss man auch in Neuseeland einen Stapel an Papierkram ausfüllen und Unterschreiben damit wenn etwas passiert nicht die Tauchschule schuld ist. Außer mir war noch ein Französisches Pärchen und 4 Inder beim Schnupperkurs dabei. Ein Franzose hat seinen Tauchschein gemacht. Einer der Tauchlehrer war aus Schweden und ein Pärchen aus England war zum Probearbeiten da. Eine Tauchlehrerin war aus Frankreich, einer aus England und der Besitzer aus Neuseeland. Man lernt beim Tauchen alle möglichen Leute kennen. Es geht dann erst mal für 45 Minuten raus in die Bay of Island bis zu einem Ort zum Tauchen. Nach einer kurzen Einführung dürfen dann die Franzosen und ich in die Taucherausrüstung und ab ins Wasser. Zuerst ist es ein echt komisches Gefühl unter Wasser zu atmen, aber man gewöhnt sich recht schnell daran. Nur das Bewegen unter Wasser ist mir beim ersten Mal nicht ganz so einfach gefallen. Bevor man ganz abtaucht werden ein paar Standardübungen gemacht um den Umgang mit der Ausrüstung zu üben. Wir sind dann eine ganze Weile am Meeresboden getaucht. In dem Gebiet in dem wir waren gibt es ein Verbot zum Fischen und die Fische sind überhaupt nicht Menschenscheu. Faszinierend, wenn ein Fisch einfach so vor einem vorbeischwimmt. Das erste Mal Tauchen hat mir echt Spaß gemacht. Wir sind dann noch mal zu einem anderen Ort gefahren. Ich war der einzige der noch einen zweiten Tauchgang machen wollte. Ich durfte dann mit einem Tauchlehrer alleine noch mal ins Wasser und hab mehr Kontrolle über meine Tauchausrüstung bekommen. Beim zweiten Mal hat es auch mit dem Bewegen schon deutlich besser geklappt. Es hat sehr viel Spaß gemacht noch mal nur zu zweit zu Tauchen. Die Unterwasserwelt kann schon faszinierend sein. Ich bin am Überlegen vielleicht tatsächlich noch den Tauchschein in Neuseeland zu machen. Die Mitarbeiter sind hier sehr Nett und es hat mir Spaß gemacht. Ich muss nur mal noch schauen wie ich es mit dem Geld mache.

Nach meinem Taucherlebnis ging es dann erst mal weiter Richtung Norden zum Campingplatz Utea Park. Der Platz war eine Empfehlung der anderen deutschen. Langsam finde ich gefallen am Autofahren in Neuseeland. Die Straßen machen richtig Spaß und mit der richtigen Musik vergeht die Fahrt wie im Flug. Was mir auffällt ist, dass hier deutlich mehr Tote Tiere auf der Straße liegen als in Deutschland. Die letzten 10km zum Utea Park sind eine Schotterpiste. Das erste Mal, dass ich mitten im Nirgendwo auf einer Schotterpiste einen Kreisverkehr gesehen habe. Links und Rechts von der Straße ist der Komplette Wald abgeholzt und mit jungen Bäumen bepflanzt. Nach ein bisschen suchen habe ich am Ende dann auch den Campingplatz gefunden. Er liegt quasi direkt am 90 Mile Beach hinter ein paar Sanddünen.

Auf dem Campingplatz habe ich einen Franzosen und vier deutsche kennen gelernt. Ein deutsches Pärchen war mit dem Rucksack zu Fuß unterwegs. Insgesamt 6 Monate von der Nordspitze auf der Nordinsel zur Südspitze auf der Südinsel. Die beiden machen im Gesamten eine Weltreise von 2-3 Jahren. Alles bezahlt von erspartem Geld. Das Gespräch mit dem beiden hat mich mal wieder sehr Inspiriert. Er hat nur einen Realschulabschluss und keine besondere Ausbildung im IT Bereich, wurde aber in Dublin von Facebook als Teamleiter von einer IT Support Abteilung eingestellt. Da muss ich es ja zu mehr schaffen als nur HelpX. Die anderen deutschen waren zwei Jungs aus Bayern, die frisch mit dem Abitur fertig waren.

Man kann wenn man will am Strand Muscheln sammeln oder man hat Glück und kann welche nehmen die die Frau vom Campingplatz gesammelt hat. Der Franzose hat für mich ein paar mehr Muscheln zubereitet und ich hab mir dazu noch Spätzle gemacht. Ein leckeres Abendessen. Den Abend haben wir dann mit netten Gesprächen verbracht. Beim Zähneputzen habe ich dann noch eine nette Ermutigung nach den letzten Tagen gefunden. „You’re never Alone“.

Ein krasser Tag!

Tag 27: Montag

Heute Morgen war erst mal ein gemütliches Frühstück angesagt. Es war mal wieder angenehm nicht alleine zu Frühstücken. Danach hab ich erst mal meine Trompete ausgepackt und bin auf eine Sanddüne geklettert. Bis jetzt der genialste Platz an dem ich gespielt habe. Nachdem ich noch ein bisschen mit den beiden Jungs geredet habe bin ich dann weitergezogen. Nach ein paar Metern habe ich aber das erste Mal angehalten um noch auf einen kleinen Hügel zu laufen. Der Hügel hat den Namen Utea und daher kommt auch der Name vom Campingplatz. Von dort oben hat man noch mal eine schöne Aussicht.

Ich bin dann erst Mal zum Campingplatz in der Nähe vom Cape Reinga gefahren um zu wissen wo ich heute Nacht schlafen werde. Nach einer kurzen Mittagspause ging es dann weiter zum Sandboarden. Ohne mir was dabei zu denken haben mich dort dann plötzlich die Jungs aus Kiel angesprochen. Wir sind zufällig zur gleichen Zeit angekommen. Ein schönes Gefühl wieder bekannte Gesichter zu sehen und Sandboarden zu gehen mit Leuten die man kennt macht gleich viel mehr Spaß. Wir sind recht weit über die Sanddünen gelaufen zu einer schönen Stelle wo wir für uns alleine waren. Sandboarden macht mega Spaß auch wenn das Hochlaufen auf die Sanddüne recht anstrengend ist. Ich musste mein Sandboard früher wie die anderen zurückgeben und bin dann alleine zurückgelaufen. Fußspuren waren keine mehr zu sehen und auf dem Rückweg sieht alles anders aus wie davor. Da hatte ich schon fast ein bisschen Panik mich in den Sanddünen zu verlaufen. Hab dann aber den Parkplatz wieder gefunden und konnte mein Board rechtzeitig abgeben.

Ich bin dann erst noch mal zum Campingplatz gefahren um den ganzen Sand in einer arschkalten Dusche loszuwerden. Aber auch das habe ich überlebt. Danach bin ich zum Cape Reinga, der Nördlichste Punkt von Neuseeland, gefahren und wollte dort erst mal Wraps essen. Dabei wäre ich dann fast gestorben. Mein Küchenmesser ist viel zu scharf und ich hab mich ordentlich geschnitten. Das wollte erst mal gar nicht aufhören zu Bluten. Aber mit Pflaster und ein wenig Druck habe ich das dann auch hinbekommen. Gar nicht so einfach seinen Finger zu versorgen mit nur einer Hand. Ich hoffe mal, dass es gut verheilt (Spoileralert: Es verheilt sehr gut.). Am Cape hab ich dann auch wieder die Kieler Jungs getroffen und wir sind zusammen zum Leuchtturm gelaufen um den Sonnenuntergang anzuschauen. Kurz vor dem Sonnenuntergang sind dann auch noch die Jungs aus Bayern dazu gestoßen. Der Sonnenuntergang war wirklich sehr beindruckend und man fühlt sich ein bisschen kleiner auf dieser Welt wenn die Sonne im Meer versinkt. Wir sind dann alle zum gleichen Campingplatz gefahren und ich hab den Abend noch mit den Kieler Jungs verbracht.

Tag 28: Dienstag

Nach zwei erlebnisreichen Tagen war heute erst mal ein entspannter Tag angesagt. Ich bin erst mal gemütlich aufgestanden und hab in Ruhe gefrühstückt. Hab mir sogar Zeit für zwei Tee gelassen. Dann bin ich erst mal wieder zurück in Richtung Zivilisation gefahren. Beim ersten Supermarkt hab ich dann meine Vorräte aufgefüllt und hab mich in ein Café gesetzt um an meinem Newsletter zu schreiben. Danach bin ich wieder zum Utea Park gefahren wo auch schon die Kieler Jungs angekommen waren. Für heute Nacht habe ich mir ein Bett in einer der Hütten gegönnt um mal wieder gemütlich zu schlafen. 5$ mehr sind das wirklich mal Wert. Ich hab dann den Newsletter fertig gemacht und bin auf eine Sanddüne geklettert um Empfang zum Versenden zu finden. Nicht der schlechteste Platz zum Newsletter versenden. Den restlichen Nachmittag hab ich dann gelesen und mich mit den Jungs unterhalten. Am Abend wurde es dann noch voller auf dem Campingplatz. Ein Südtiroler, eine Französin und 5 Austauschschüler aus Singapur sind noch gekommen. Ich hab mir Nudeln mit einer Soße aus allem möglichen gemacht und zum Nachtisch gab es Obstsalat aus der Dose. Fast schon ein Festmahl im Vergleich der letzten Tage. Wir hatten dann noch ein paar Gespräche mit der ganzen Gruppe und der Besitzer vom Campingplatz hat noch ein paar Geschichten erzählt. Am Ende haben wir noch mit der Französin zusammen Wizard gespielt. Leider bin ich dieses Mal nur zweiter geworden. Und schon fasst erfolgreich verdrängt… meine GoPro funktioniert nicht mehr.

Tag 29: Mittwoch

Entspannter Tag die Zweite. Heute Morgen bin ich mal wieder früher aufgewacht, hab dafür aber super geschlafen in einem echten Bett. Hab dann noch eine Weile gedöst. Irgendwann bin ich dann aufgestanden und hab erst mal am Meer ein bisschen Trompete gespielt. Einfach eine genialer Ort zum Spielen. Danach gab es dann ein gemütliches Frühstück mit Rührei. Nach dem ersten Toast hab ich dann gemerkt, dass mein Toast schimmelt. Die Kieler Jungs haben mir dann netterweise ein bisschen Toast abgegeben. Ich hab dann noch einen Campingplatz auf der Hälfte vom Weg nach Kerikeri rausgesucht und bin losgefahren. Gegen Ende fühle ich mich auf den Straßen fast wie daheim. Ich wollte dann noch eine kleine Wanderung machen und hab die Besitzerin nach einem Weg gefragt. So richtig wusste die auch nix und meinte ich könnte ein bisschen mit dem Auto fahren und dann zur Küste laufen. Am Ende bin ich dann mehr auf Schotterpisten gefahren als gewandert. Zum Ziel bin ich vermutlich nie wirklich gekommen und ich bin zwei Mal umgedreht. Aber wenigstens ein bisschen Bewegung. Am Abend saß man dann noch gemütlich zusammen und die Besitzerin war großzügig beim Bier ausgeben. Die Französin von gestern ist dann auch wieder aufgetaucht. Auf dem Campingplatz sind vor allem Langzeitcamper die in der gegen Arbeiten. Hatte mit denen ein paar interessante Gespräche auch wenn viel auf Französisch geredet wurde.

Tag 30: Donnerstag

Ein herrlicher morgen. Hier bei dem Panorama aufzuwachen und zu Frühstücken ist genial.

Nachdem die Sonne auch bald schon wieder verschwunden war bin ich aufgebrochen und in Richtung Kerikeri zu meinem nächsten HelpX Gastgebern gefahren. Die Straßen sind wirklich schön zu fahren und ich könnte Stundenlang hier rumfahren. Ich bin dann erst mal nach Kerikeri reingefahren und hab mich ein bisschen umgesehen. Danach bin ich dann zu meinen Gastgebern auf eine kleine Farm am Rande vom Statehighway gefahren. Es gab erst mal eine kleine Führung im Haus und dann auch schon ein belegtes Brötchen zum Mittagessen. Mal wieder ein wenig Abwechslung zum Toast. Man könnte meinen, ich spezialisiere mich auf Terrassen. Hier bauen wir eine große Terrasse um einen Pool. Ich arbeite immer ganze Tage und hab dafür auch ganze Tage frei. Meine Arbeit für heute war Beton mischen und ein paar Metallpfeiler zu stützen. Dieses Mal war das Betonmischen nicht so anstrengend, da wir einen Betonmischer haben. Nach der Arbeit gab es eine schöne warme Dusche und ich durfte das erste Bier von Steve probieren. Christine ist eine gelernte Köchin und hat ein leckeres Essen zubereitet. Zum Essen gab es dann auch Wein. Leider keiner aus Neuseeland. Den Abend haben wir dann vor dem Fernseher verbracht mit einem weiteren Bier. Alkohol gibt es hier definitiv nicht zu wenig.

Tag 31: Freitag

Heute war ein Arbeitstag. Der Tagesablauf ist hier ein bisschen anders wie gewohnt. Ich stehe so um 8e rum auf und dann gibt es erst mal einen Kaffee. Danach wird ein bisschen gearbeitet. Wir haben Löcher in einem Weg aufgefüllt und Wasser für Wassertränken auf den Feldern verlegt. Dann gibt es um 9:30 rum Frühstück. Toast mit Bacon. Danach haben wir dann an der Terrasse weitergearbeitet. Wir haben Löscher für Pfosten gegraben und diese einbetoniert. Um 1e rum gibt es dann ein belegtes Brötchen zum Mittagessen. Wir haben dann bis 17 Uhr weitergearbeitet. Um 19 Uhr rum gibt es dann ein leckeres Abendessen. Den Abend verbringt man dann wieder mit Bier und Fernsehen.

Tag 32: Samstag

Eigentlich ist heute ein Tag zur Freude. Ich bin jetzt seit einem Monat in Neuseeland und hab den Tag frei. Aber heute Morgen war nicht perfekt. Ich hab vorgestern beim Ausladen meinen Müllbeutel vom Campen neben dem Auto vergessen und die Katze hat ihn aufgerissen und vermutlich vom Müll gegessen. Christine ist ein wenig sauer auf mich. Aber bis zum Abend war das auch wieder geklärt. Nach dem Frühstück bin ich aufgebrochen zu den Rainbow Falls. Ich hab tatsächlich einen Regenbogen gesehen. Danach habe ich mich der Herausforderung gestellt und bin hinter den Wasserfall geklettert. Das ist gar nicht so einfach, da alle Steine nass und extrem rutschig sind. Hab die Herausforderung aber ohne jegliche Verletzung gemeistert. Danach bin ich am Fluss entlang Richtung Kerikeri gelaufen. Ein schöner Weg. Ich hab mich im Vorfeld nicht über den Weg informiert und war dann überrascht wo ich rausgekommen bin. Die erste Siedlung der Missionare in Neuseeland. Schön anzusehen und ich hab noch gemütlich einen Kaffee getrunken. Es ging dann auf dem gleichen weg wieder zurück zum Auto.