Noch ein paar Tage und es geht endlich rüber auf die Südinsel. Ich bin schon sehr gespannt, was mich dort so erwartet. Bis ich mit der Fähre rüberfahre bin ich noch ein paar Tage in Wellington und kann Neuseelands Hauptstadt erkunden.

Viel Spaß beim Lesen.

Grüße aus Wellington.

Michael


Tag 103: Sonntag – 2017

Das Jahr hat ja mal ganz anders angefangen wie geplant. Der eigentliche Plan war, um 4 Uhr 30 aufzustehen, alles zusammenzupacken, zum Leuchtturm fahren, auf den Berg hochlaufen und dort bei einem gemütlichen Frühstück den Sonnenaufgang genießen. Danach wieder runter und direkt nach Gisborne fahren um dort um 10 Uhr beim Gottesdienst zu sein. Klingt eigentlich nach einem ganz guten Plan. Das mit dem Frühstück habe ich gestern schon gestrichen, nachdem ich realisiert habe, dass ich nicht der Einzige dort oben sein werde. Ich bin dann ohne Probleme um 4 Uhr 30 aufgewacht, hab mein Zeug zusammengepackt und bin losgefahren. Soweit noch alles nach Plan. Ich hab dann auf dem Campingplatz den Weg zum Tor nicht direkt gefunden und bin ein bisschen querfeldein gefahren. Den Weg im Dunkeln mit lauter parkenden Autos auf einer hügeligen Wiese zu finden ist gar nicht mal so einfach. Irgendwann habe ich dann den Weg zum Tor gesehen und mich hat nur noch eine kleine Steigung bergab davon getrennt. Im Dunkeln sah dass so aus, als wäre es kein Problem da runterzufahren. Doch in dem Moment wo ich runtergefahren bin, hab ich realisiert, dass es eine sehr schlechte Idee war. Es war eben doch zu steil und mein Auto konnte weder vorwärts, noch rückwärtsfahren. Man, hab ich über meine eigene Dummheit geflucht. Ich hab leider kein Bild davon aber hier eine kleine Illustration.

So fängt das neue Jahr ja mal richtig gut an. Ich bin dann mit jemand anderem zum Leuchtturm gefahren, um den Sonnenaufgang nicht zu verpassen. Es war aber schon ein bisschen spät und wir mussten die 800 Stufen fasst schon hochrennen. Ein guter Morgensport vor dem Frühstück. Auf dem Berg war es dann schon gestopft voll. Unglaublich, wie viele heute Morgen so früh aufgestanden sind. Ich hab dann versucht, den Sonnenaufgang so gut es geht zu genießen, auch wenn mich das mit meinem Auto echt geärgert hat. Nach dem Sonnenaufgang bin ich dann wieder runtergelaufen und hab die Bewohner vom Hof, der unten am Berg ist, getroffen. Ich hab dann gefragt, ob Sie mir helfen können mich rauszuziehen und die beiden meinten, sie kommen in einer halben Stunde vorbei. Ich bin dann wieder mit irgendwem zurück zum Campingplatz gefahren. Dort habe ich dann an meinem Auto gewartet und konnte so manchen Spott über mich ergehen lassen. Natürlich war mein Auto genau am Eingang stecken geblieben und jeder ist daran vorbei. Einer, der vorbeigefahren ist, hat besonders laut gelacht und ich hab mich schon über ihn aufgeregt. Er könnte ja wenigstens auch Hilfe anbieten. Aber ein paar Minuten später kam er vorbei und hat mir tatsächlich Hilfe angeboten. Er meinte, sobald seine Freunde wach sind können alle Helfen zu schieben. Wir haben dann noch ein bisschen geredet, bis die beidem vom Hof gekommen sind. Jetzt war zwar ein Abschleppseil da, aber die beiden hatten kein Allrad. Gut, dass der andere vorher erwähnt hat, dass in seiner Gruppe jemand ein Allrad hat. Also habe ich schnell auf dem Campingplatz nach ihm gesucht. Am Ende war es, dann mit Allrad und Abschleppseil ganz einfach mein Auto wieder hochzuziehen. Man war ich froh und dankbar. Es war sogar noch früh genug, um es rechtzeitig zur Kirche in Gisborne zu schaffen.

In der Kirche gab es dann erst mal einen Kaffee. Der Gottesdienst war ganz gut, auch wenn mir die Musik mal wieder nicht so gut gefallen hat. Der Pastor, Ed, hat mich dann noch eingeladen, am Abend gemeinsam ein Feuerwerk anzuschauen. Klingt ganz gut. Nach dem Gottesdienst bin ich dann erst mal zu einer öffentlichen Dusche und hab für 2 $ mal wieder geduscht. Ein gutes Gefühl, frisch geduscht zu sein. Danach bin ich zur i-Site und wurde erst mal auf unfreundliche Art darauf hingewiesen, dass der kostenlose Campingplatz in der App nicht existiert. Da ich jetzt aber schon Geld für die Dusche ausgegeben hatte, wollte ich wirklich kein Geld für einen Campingplatz ausgeben. Also habe ich Ed noch mal geschrieben, ob er nicht jemanden kennt, bei dem ich für die Nacht bleiben kann. Er meinte dann, es wird sich schon etwas finden. Den Tag hab ich dann genutzt, um meinen Newsletter zu schreiben. Das Feuerwerk am Abend war mal wieder ein ganz schönes kostenloses Feuerwerk. Danach bin ich dann mit zu Ed nach Hause gekommen. Das Haus war mit 15 Leuten schon randvoll für die Nacht, aber ich durfte in der Garage schlafen. Auch nicht schlecht.

Tag 104: Montag

In der Garage hat es sich echt gut geschlafen. Der Morgen hat sich dann aber sehr lange hingezogen. Als ich dann gehen wollte, hat Ed’s Frau noch gemeint, ich könne doch mit dem Laptop helfen. Also musste ich noch mal ein bisschen warten, bis die anderen Gäste gegangen sind. Das Problem war ganz schnell behoben und ich hab echt gerne als Gegenleistung für den Schlafplatz geholfen. Aber bis 12 Uhr hatte ich außer viel rumsitzen dann halt noch nichts gemacht. Als ich dann endlich gegangen bin, bin ich erst mal auf einen Hügel in der Nähe gelaufen mit einer schönen Aussicht auf Gisborne. Kaum war ich wieder am Auto, hat es dann auch angefangen zu Regnen. Noch kurz Brot im Supermarkt kaufen und auf geht’s nach Napier. Auf dem Weg hat es eigentlich die ganze Zeit nur geregnet. Unterwegs wurde mir in einer i-Site der Tipp gegeben, dass es in Napier Freedom Camping (kostenloses Camping) gibt. Leider war dann in Napier der Platz schon voll und ich musste noch mal 20 Minuten zurückfahren zu einem günstigen Campingplatz. Der Campingplatz war dafür dann aber ganz schön. Mir ist dann ein Alleinreisender, den ich auch schon am East Cape gesehen habe, aufgefallen und ich hab mich einfach mal zu ihm gesetzt und ein Gespräch angefangen. Er war auch deutscher, hat aber darauf bestanden Englisch zu sprechen, was ich ziemlich gut finde. Wir haben uns dann eine Weile ziemlich gut unterhalten bis er nach Napier ins Kino ist.

Tag 105: Dienstag

Das Wetter heute Morgen war nicht ganz so gut und es gab mal wieder nur ein schnelles Frühstück im Auto. Ich sollte mir wirklich mal eine Plane kaufen um auch bei Regen gemütlich Essen zu können. Es gab dann noch eine morgendliche Dusche, ich hab ja schließlich auch dafür bezahlt. Dann bin ich nach Napier gefahren und dort erst mal ins National Aquarium gegangen. Das ist ähnlich wie Sea World nur etwas Kleiner. Danach bin ich wieder zurück in die Stadt und noch ein bisschen durchgeschlendert. Aber nur durch eine Stadt zu schlendern macht mir nicht allzu lange Spaß und ich bin wieder weiter gefahren. Auf dem Weg hab ich mir dann noch eine Plane gekauft. Es hat die ganze Zeit geregnet und ich bin dann für die Nacht auf einen DOC Campingplatz. Am Abend kam dann tatsächlich noch die Sonne raus.

Tag 106: Mittwoch

Die Idee mit der Plane war ja ganz gut, aber in der Nacht kam dann ein ordentlicher Wind auf und ich musste noch mal aufstehen um die Plane abzubauen. Am Morgen war das Wetter dann gar nicht mal so schlecht und ich bin zum Aufwärmen eine kleinere Runde im Wald gelaufen, bevor ich nach Masterton gefahren bin. In Masterton habe ich mir dann Infos über die Wanderung, die ich als Nächstes machen will geholt und ein blick auf das Wetter geworfen. Für heute Abend war Hagel angesagt also werde ich wohl erst Morgen starten. Ich hab dann noch meine Vorräte aufgefüllt und bin zum Campingplatz, der direkt am Anfang der Wanderung liegt, gefahren. Dort bin ich dann noch mal zum Training zu einem Aussichtspunkt gelaufen und beim Ranger vor Ort habe ich noch mal das Wetter abgeklärt. Am Abend hat es dann angefangen zu Regnen, und ich hab die Zeit in meinem Auto damit verbracht mal wieder ein ganzes Buch auszulesen. Gut, dass ich mir heute noch neue Bücher auf mein E-Book Reader geladen habe.

Tag 107: Donnerstag

Heute Morgen war es dann Gott sei Dank wieder ganz gutes Wetter und ich konnte in Ruhe Frühstücken und meinen Rucksack packen. Um 9 Uhr bin ich dann losgekommen. Zuerst ging es den gleichen Weg, den ich gestern schon gelaufen bin und danach weiter bergauf. Ich hab mich ziemlich langsam gefühlt, aber nach 2 1/2 Stunden anstatt 4 war ich dann schon an der ersten Hütte. Es gab dann erst mal ein gemütliches Vesper und dann ging es noch mal 2 1/2 Stunden weiter zur Hütte für die Nacht. Der Weg war eine wunderschöne Gratwanderung. Insgesamt habe ich nur 5 Stunden für angegeben 8 Stunden gebraucht. Aber es war dann doch auch ein bisschen anstrengend. Das Wetter war die ganze Zeit herrlich gut. In der Hütte waren 4 Mädels aus Neuseeland, die ich gestern schon getroffen habe und ein Mann aus Neuseeland. Wir haben dann noch zusammen Karten gespielt und uns Unterhalten. Gegen später sind dann noch zwei weitere Leute gekommen.

Tag 108: Freitag

Die Leute hier wollten alle recht früh raus und ich hatte dann irgendwann keine andere Wahl als einfach auch aufzustehen. Ich hab dann in Ruhe gefrühstückt und mein Zeug gepackt und war aber trotzdem schon um 7 Uhr wieder auf dem Weg. Es ging dann zuerst eine gute Stunde steil bergab durch einen Wald. Kurz vor der nächsten Hütte habe ich dann auch die Mädels wieder getroffen und wir haben gemeinsam an der Hütte eine Pause gemacht. Mir kam dann der Geistesblitz, dass eines der Mädels doch aus Wellington ist und ich hab noch mal nachgefragt und hinzugefügt, dass ich noch nach einer Unterkunft suche. Mal wieder ein guter Zufall. Ich will bis zum 10. bleiben und genau am 10. zieht sie aus. Perfekt, schon hab ich meine Unterkunft für Wellington geklärt. Ich bin dann alleine wieder weitergewandert. Nachdem ich wieder zurück am Auto war, habe ich mir einen Campingplatz mit Dusche ausgesucht. Dort hab ich dann die Dusche genossen und den restlichen Tag entspannt und ein weiteres Buch ausgelesen. Ich hab dann noch mit Roseanne, die aus Wellington, geschrieben und Sie geht auch in eine Kirche. Dort werde ich dann am Sonntag wohl auch mitgehen. Auch mal schön die Gelegenheit zu haben eine der kleineren Kirchen zu besuchen.

Tag 109: Samstag

Gutes Wetter und eine Küche laden natürlich erst mal zu einem gemütlichen Frühstück ein. Ich hab heute aber viel zu viel gegessen. Danach ging es noch kurz die Vorräte auffüllen und dann auf in Richtung Cape Palliser, der südlichste Punkt der Nordinsel. Mehr oder weniger zufällig bin ich dann auf eine kurze Wanderung mit Ausblick auf die Pinnacles gestoßen. Das war wohl auch ein Drehort von Herr der Ringe. Danach bin ich noch weiter zur größten Robbenkolonie in Neuseeland. Auf dem Weg habe ich keine Robben gesehen und auch vom Parkplatz aus konnte ich nichts sehen. Schon fast ein wenig enttäuscht bin ich dann zum Wasser vorgelaufen. Und auf einmal steht man dann vor einer Robbe und sieht die ganze Robbenkolonie. So nah kommt man selten an Robben und das auch noch in der freien Wildbahn. Das ist etwas sehr Beeindruckendes. Zurzeit gibt es auch sehr viele Junge Tiere. Danach bin ich dann zu einem Campingplatz in der Nähe von Wellington gefahren. Dort hab ich dann noch Rivendell, ein anderer Drehort aus Herr der Ringe, besucht. Aber das sieht einfach überhaupt nicht so aus wie im Film. Man soll wohl ein paar Bäume wiedererkennen können.