Heute kommt der Newsletter mit einem Tag weniger und einen Tag zu früh, dafür aber mit umso mehr Bildern. Die letzte Woche war vollgepackt mit Autofahren und Wandern. Jetzt ist mein Rucksack schon fast wieder gepackt und ich bin bereit für 4 Tage Wandern. Der Wetterbericht ist zwar nicht der beste, aber davon lasse ich mich nicht unterkriegen.

Viel Spaß beim Lesen!

Grüße aus Glenorchy,

Michael


Tag 131: Sonntag

Nach den Strapazen der letzten Tage war heute dann mal wieder eher ein entspannter Tag angesagt. Am Morgen haben wir noch gemütlich 2 Stunden lang Bäume beschnitten, bevor dann wieder Sevens Rugby weiterging. Ich hab dann die Zeit genutzt und nebenher meinen Newsletter zu schreiben und mein Auto wieder zu packen. Den Rest vom Tag bin ich dann eher faul rumgelegen.

Am Abend konnte ich dann noch mal die großzügige Gastfreundschaft der Neuseeländer bewundern. Gerade, als George mit dem Abendessen angefangen hat, sind zwei deutsche vorbeigekommen und haben gefragt, ob Sie nicht im Garten Zelten können. Nicht nur, dass Sie das natürlich dürfen, und Dusche und WC nutzen dürfen, George hat Sie auch noch einfach zum Abendessen eingeladen. Er hat sogar sein letztes Bier aus dem Keller geholt. Das ist hier einfach so typisch in Neuseeland. Man fragt nach etwas und bekommt viel mehr.

Tag 132: Montag

Es fällt mir einfach immer noch nicht leichter, aus meiner gewohnten Umgebung wieder zu gehen. Schon am Morgen nach dem Aufstehen habe ich dieses unruhige Gefühl. Zuerst habe ich dann noch mal ein gutes Frühstück genossen. Danach habe ich mein Auto vollends gepackt und hab noch mal ein letztes Mal geduscht. Man weiß ja nie, wann die nächste Dusche einen hier erwartet.

Heute hatte ich viel Zeit fürs Fahren und hab auch mal zwischendurch an schönen Aussichtspunkten angehalten. Für heute war mein Ziel Golden Bay. Mein erster Stopp war Takaka, um einzukaufen. Dort gab es dann ein ganz cooles natürliches Labyrinth aus Steinen. Was die Natur so alles hergibt. Als Nächstes ging es dann zu einer der klarsten Quellen auf der Welt. Echt beeindruckende Farbe vom Wasser und erstaunlich, wie weit man sehen kann. Das letzte Ziel zum Anschauen war dann der Farwell Split. Dort gab es eine schöne Aussicht und ich bin noch ne weile am Strand entlanggelaufen.

Am Campingplatz in Collingwood hab ich mir dann endlich mal das Essen kochen können, von dem ich schon seit der Wanderung ständig Träume. Grießbrei! Mhhh ist das Lecker.

Tag 133: Dienstag

Heute: von A nach B in Neuseeland für Anfänger und Fortgeschrittene.

  • Luftlinie zum Ziel: ca. 70 km
  • Zurückgelegte Strecke: ca. 400 km
  • Zeit: 7 Stunden

Auf der Strecke musste ich auch zwei Mal länger anhalten wegen Baustellen. Aber schon beeindruckend. 15 Minuten und schon ist die neue Fahrbahn fertig. Am Campingplatz hab ich dann zum ersten Mal erlebt, wie nervig Sandflies eigentlich werden können. Und Sie können verdammt nervig werden.

Tag 134: Mittwoch

Mit den ganzen Sandflies kann man einfach nicht mal sein Frühstück in Ruhe genießen. Das Wetter heute Morgen war auch nur eine miese Brühe. Davon hab ich mich aber nicht abbringen lassen noch ein Stück auf dem Heaphy Track zu laufen. Nach etwa einer Stunde hab ich dann aber doch aufgegeben und bin umgekehrt, bevor ich noch richtig Nass werde. Nass und frustriert bin ich dann wieder am Auto angekommen, wo mich auch gleich schon wieder die Sandflies begrüßt haben. Hier bleibe ich keine Sekunde länger! Also geht es wieder auf zur nächsten Zivilisation (100 km). Auf dem Weg hat sich das Wetter mit Regen und noch mehr Regen abgewechselt. Anstatt Vesper an einem schönen Picknickplatz gab es ein Pizzagebäck vom Supermarkt im Auto.

Das nächste Ziel war dann Cape Foulwind. Bis ich dort war, hat es wenigstens mit Regnen aufgehört, aber es war noch immer eine Sicht von unter 50 Metern. Michael lässt sich heute aber von nichts unterkriegen und ist trotzdem losgelaufen. Auf dem Weg zur Robbenkolonie läuft man eigentlich direkt an der Felsenkante und kann das Meer deutlich hören, nur sehen kann man es nicht. So müssen sich glaub die Engländer ständig fühlen. Bei der Robbenkolonie bin ich dann ne weile geblieben und hab den Felsen in der Brandung zugeschaut. Und von jetzt auf nachher ist es tatsächlich auch noch aufgeklart und man konnte einige hundert Meter weit sehen. Eine ganz neue Landschaft beim Zurücklaufen.

Danach bin ich dann weiter an der Westküste entlanggefahren. Ohne es richtig zu bemerken war da auf einmal blauer Himmel und Sonnenschein. Unterwegs bin ich dann noch bei den Pancake Rocks angehalten. Was die Natur alles so Beeindruckendes hervorbringt.

Für die Nacht bin ich dann zu einem schönen See gefahren. Immerhin nicht ganz so viele Sandflies.

Tag 135: Donnerstag

Sandflies am Morgen vertreiben Kummer und Sorgen – oder so ähnlich. Gibt es halt nur ein schnelles Frühstück und dann zurück zur Zivilisation. Für heute hab ich mir den Franz Josef Glacier und Fox Glacier vorgenommen. Nach gut zwei Stunden bin ich dann auch beim Info Center vom Franz Josef Glacier angekommen. Dort hat ein ziemlich cooler Typ gearbeitet, der mir empfohlen hat, auf den Alex Knob zu wandern. Offiziell ist das mit 8 Stunden angegeben. Wird zwar spät, bis ich wieder unten bin, sollte aber noch gut reichen. Ich hab es dann aber auch schon nach gut 2 1/2 Stunden nach oben geschafft. Und es hat sich wirklich gelohnt. Ein wunderschöner Ausblick. Ich hatte mal wieder Glück, dass bis ich oben war, das Wetter perfekt war. Generell erinnert mich die Landschaft hier sehr an die schönen Urlaube im Chiemgau. Aber natürlich ist das Chiemgau noch schöner. Auf dem Berg hab ich einen anderen Deutschen getroffen, mit dem ich dann den Weg gemeinsam runtergelaufen bin.

Eigentlich wollte ich heute dann noch den Fox Glacier machen, aber es gab nach dem Fox Glacier keinen Campingplatz mehr, der mir zugesagt hat und ich war auch ein wenig von dem Tag heute erschöpft. Also bin ich nur bis zum Ort beim Fox Glacier gefahren und hab dort einen Campingplatz genommen. So habe ich morgen gemütlich noch Zeit die Gegend anzuschauen und muss nicht mehr erschöpft Auto fahren. Ich hab dann auch die Gelegenheit genutzt mein Wanderzeug von Hand zu waschen. Nur bei der Hose sieht man irgendwie keinen Großen unterscheid. Braucht halt doch eher eine richtige Waschmaschine.

Nach dem Sonnenuntergang bin ich dann noch zu einem kurzen Glühwürmchen Pfad gegangen. Im Vergleich zu den Glühwürmchen im McLarren Falls Park waren die hier aber recht langweilig.

Tag 136: Freitag

Heute Morgen hatte ich dann etwas Glück, dass noch mal die Sonne rauskam, und meine Wäsche von klatschnass zu feucht trocknen konnte. Der Rest wird dann schon noch während der Fahrt trocknen. Als Erstes bin ich dann heute zu einem See in der Nähe gefahren. Normalerweise soll man hier wunderschöne Spiegelungen von den Bergen sehen. Da hat mich heute aber mein Glück ein wenig verlassen und das Wasser war zu unruhig und die Berge waren noch in Wolken gehüllt. Trotzdem ein schöner Weg um den See rum. Danach ging es dann auf den Weg nach Wanaka. Nach ein paar Kilometern hat es dann auch zu schütten angefangen. Die Straße ging dann in einem Tal bis zu einem Pass hoch und danach war wieder auf einmal Top wetter. Und jetzt kam die richtig schöne Strecke. Links die Berge, rechts der See und die Berge. Man kann sich das so ungefähr wie am Gardasee vorstellen, nur ohne jegliche Häuser. So viele Berge, die ich nicht besteigen kann. Die Zeit vergeht doch viel zu schnell. Ich war dann für einen kurzen Besuch in Wanaka. Der Ort hat echt einen ganz eigenen Charme und ist wunderschön am See gelegen und von Bergen umgeben. Ich bin dann wieder 45 Minuten zurückgefahren, um zu einem Campingplatz in absolut schöner Lage zu kommen. Dort hab ich dann auch wieder jemand vom letzten Campingplatz getroffen. Mir wurde dann ein kühles Bier angeboten, das ich natürlich dankend angenommen habe. Nur erschreckend wie schnell ich mittlerweile schon ein 0,3 L Bier spüre. Man merkt einfach, dass ich hier kaum Alkohol trinke.